Freitag, 2. November 2012

Ohne den "bewaffneten Kampf" wäre also alles in Ordnung?

"Darüber hinaus ist es die vielleicht vordringlichste Aufgabe zu verhindern, dass die jetzt schon in großer Zahl im Gefängnis einsitzenden Jihadisten nach ihrer Freilassung als neue Stars der Szene auftreten und Anhänger gewinnen. Dabei sollte man sich nicht darauf beschränken, ihnen den Weg zurück ins bürgerliche Leben zu ebnen. Vielmehr sollten potentielle Aussteiger identifiziert werden, die einerseits im jihadistischen Milieu so bekannt sind, dass sie nach ihrer Haft Sympathisanten überzeugen können, ebenfalls auszusteigen. Andererseits sollten sie ideologisch so wenig gefestigt sein, dass sich die Chance bietet, sie zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. Das Internet wäre ein geeignetes Medium, über das sie Anhänger der jihadistischen Szene überzeugen könnten, dass der bewaffnete Kampf ein Irrweg ist" - so beendet Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) seine gestrige Kolumne im Berliner Tagesspiegel. Ein lesenswerter, aber für das Verständnis des Blog-Betreibers sehr kruder Beitrag zur Salafisten-Debatte.

Warum krude?

Nun, mit seiner Behauptung, Inhaftierungen und Verbote seien "nicht ausreichend", tut Herr Steinberg so, als ob unser Staat pausenlos gegen Salafisten vorginge, ständig Gefängnisstrafen aussprechen und Salafisten-Vereine verbieten würde. Nur ist dem leider nicht so: In Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen werden Salafisten bis zum Geht-nicht-mehr gehätschelt, bislang hat es nur ein einziges(!) Verbot eines Salafisten-Vereines gegeben (Millatu Ibrahim in Solingen) und Strafverfolgung brauchten hochrangige Salafisten in Deutschland bis jetzt eher nicht zu befürchten.

Auch könnte man fragen, woher er seinen Optimismus nimmt, "ideologisch wenig gefestigte" Salafisten als "Aussteiger" gewinnen zu können? Weder gab es bislang sogenannte "Aussteiger", noch sieht es danach aus, dass es zukünftig irgendwelche geben könnte. Diese rührende Geschichte mit den "Aussteigern" ist pures Wunschdenken - nichts weiter.

Am meisten jedoch irritiert an diesem Beitrag, dass Guido Steinberg das Salafisten-Problem auf Terror-Bekämpfung reduziert: Dass der Salafismus eine anti-demokratische und frauenfeindliche Ideologie darstellt, welche die Abschaffung von Frauen- und Freiheitsrechten anstrebt und sich in keinster Weise mit unserer Verfassung verträgt, blendet er einfach aus. Und wenn Herr Steinberg die einzige Funktion eines potentiellen "Aussteigers" darin sieht, den anderen Salafisten zu vermitteln, dass der "bewaffnete Kampf" (übrigens eine geradezu idealisierende Umschreibung für Terrorismus) ein "Irrweg" sei, so liest sich das, als ob andere Wege, dem Salafismus Macht zu verschaffen, völlig in Ordnung wären?

Wohin solches Denken führt, sehen wir am Beispiel Ägypten: Auch wenn die Muslim-Brüder und die Salafisten ihre dortige Macht nicht durch Terror, sondern auf demokratischem Wege erlangt haben, so ändert das kein bisschen an ihrer Ideologie. Einer Ideologie, in der Frauen keine Rechte haben, für Christen und Juden kein Platz ist und im Prinzip alles, was das Leben lebenswert macht, verboten ist.

1 Kommentar:

  1. Herr Steinberg ist träumender Weltfremder, wenn er meint, Salafistenanhänger vom "Glauben" abbringen zu können.
    Es ist eine fanatisierte, hysterische "religiöse" Brut, die auf Dauer das Ziel hat, das islamische Kalifat Deutschland mit der Scharia zu errichten - religiös, gesellschaftlich als auch politisch.
    Anderen europäischen Ländern drohen ähnliche "islamische Beglückungen" durch die Anhängerschaften des "Wüstenpropheten".

    Man sehe und höre sich das nachfolgende Video mit abschließenden Gedichtsvortrag des "Löwen von Solingen" an:

    "In Reih und Glied standen sie für Rasulullah (inklusive Gedicht von Abu Talha am Ende)"

    http://www.youtube.com/watch?v=CRVgZdl5Zx0

    Monotone und entrückte Dauerberieselungen und Gehirnwäschen durch den Koran,
    verfehlen ihre Wirkungen nicht.
    Gehirnwäschen anderer selbsternannter "religiöser Propheten" aus der jüngeren Vergangenheit auf ihre Anhängerschaften, führten zu ähnlichen fanatisierten Radikalisierungen.

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