Freitag, 30. November 2012

Mönchengladbach: "Kindermörder Israel"

An dem kleinen Häuflein von 20, bestenfalls 25 Mönchengladbacher Linken und Muslimen, das gestern Abend in Begleitung von 3 Polizisten vom Hauptbahnhof zum Alten Markt zog, konnte man manches ja noch lustig finden. So fragte man sich beispielsweise immer dann, wenn lautstark "Israel muss raus aus Palästina - Israel muss raus aus Gaza" skandiert wurde: Lesen die Mönchengladbacher Linken keine Zeitung? Hat denen immer noch keiner erzählt, dass sich Israel bereits 2005 aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen hat?

Ähnlich war es bei Parolen wie "Israel ist feige, Waffen gegen Steine". Spätestens an der Stelle wusste man, dass die Mönchengladbacher Linken tatsächlich keine Zeitung lesen. Denn sonst hätten sie gewusst, dass Israel nicht etwa mit Steinen, sondern mit Raketen angegriffen wurde. Aber vielleicht ist der Unterschied zwischen Steinen und Raketen Linken ja gar nicht bekannt? Bei Linken weiß man bekanntlich nie, was man voraussetzen kann und was nicht.

Und allerspätestens als jene Dame, die später auch die Abschluss-Rede gehalten hat, laut rief "Nur Faschisten töten Kinder und Zivilisten", hatte diese Demo schon fast Unterhaltungswert. Denn abgesehen davon, erfolgreich einen Reim zustande gebracht zu haben, hatte dieses stadtbekannte Mitglied der "Linkspartei" sogar unfreiwillig und ausnahmsweise mal recht - nur brachte sie das Wort Hamas leider, leider einfach nicht über ihre Lippen! 

Aber damit war der Unterhaltungswert dieser Demo bedauerlicherweise auch schon erschöpft. Denn wenn ein kleines Häuflein Linker, lautstark "Kindermörder Israel" brüllend, die Hindenburgstraße entlangzieht, vorbei an weihnachtlich geschmückten Buden und glühweinschlürfenden Passanten, ohne dass sich irgendeine Form von Protest oder Widerstand regt, dann hat das keinen Unterhaltungswert mehr - das ist einfach nur noch gespenstisch. Und wenn man dann auch noch sieht, dass ein Mitarbeiter einer Döner-Bude am Alten Markt die Demonstranten mit hochgereckter Faust und lautem "Tod den Juden!" begrüßt, merkt man sich schon mal gedanklich vor, wo man nie wieder etwas kaufen wird.

Dass es im Jahre 2012 in Mönchengladbach möglich ist, auf belebten Plätzen lautstark "Kindermörder Israel" oder gar "Tod den Juden!" zu brüllen, ohne dass sich irgendeine Art von Protest oder Widerspruch regt, ist das gespenstische Fazit der gestrigen Veranstaltung. Trotzdem sollten wir aber auch die positiven Erkenntnisse sehen: Daran, dass die Veranstalterin dieser geschmacklosen Demo nicht einmal 30 Leutchen zusammengekriegt hat, sehen wir deutlich, dass Mönchengladbach nicht nur keine nennenswerte rechtsextreme Szene hat - sondern auch keine nennenswerte linksextreme Szene. Und daran, dass selbst die Salafisten dieser Veranstaltung ferngeblieben sind, sehen wir deutlich, dass die "Verbrüderung" von Linken und Salafisten, die in anderen Städten Nordrhein-Westfalens längst Normalität ist, für Mönchengladbach (noch) kein Thema ist.

Zumindest das sind gute Nachrichten. Und alles andere kann man ja dadurch regeln, zukünftig Currywurst zu essen.