Mittwoch, 12. September 2012

"Wir wissen doch gar nicht, ob die Muslime das wollen"

"Der 35 Jahre alte Salafist Marcel K, der ein halbes Jahr lang unbehelligt von den Behörden an einer Duisburger Berufsschule unterrichten konnte, wohnt in Krefeld-Fischeln. "Er steht seit Monaten unter unserer Beobachtung", sagte ein Sprecher der Krefelder Polizei. Nicht weit von seinem Wohnsitz entfernt steht die Moschee der Islamischen Vereinigung Krefeld, die seit 2001 vom Verfassungsschutz beobachtet wird. "Dort gingen Salafisten ein und aus, die in Verdacht standen, in Verbindung mit dem Terrornetzwerk Al Qaida zu stehen", sagte ein Sprecher des Innenministeriums."

Diese Nachricht war für Salafisten-Gegner nun wirklich keine Überraschung: Dass Krefeld geradezu ein "Hotspot" des deutschen Islamismus ist, ist seit langem bekannt - so hatten auch Helfer der Anschläge von 9/11 ihre Bezüge nach Krefeld. Und eine besondere Rolle spielt hierbei traditionell die Al-Quds-Moschee der Islamischen Vereinigung Krefeld e.V. am Verschubbahnhof 81 in Krefeld-Oppum.

In der Vergangenheit sind hier nicht nur hochrangige Salafisten wie Pierre Vogel ein- und ausgegangen, auch der Leipziger Ober-Salafist Hassan Dabbagh, häufiger Gast bei Sandra Maischberger, hat dort erst am 19.Mai einen Vortrag gehalten. Die Al-Quds-Moschee genießt auch deshalb die besondere Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden, weil sie in Krefeld als Schnittstelle zwischen dem türkischen (= dem "guten") und dem salafistischen (=dem "bösen") Islam gilt: So hat erst im Jahre 2010 Ahmed Chaabani, Vorsitzender der Islamischen Vereinigung Krefeld e.V., bei der Wahl zum Krefelder Integrations-Ausschuss auf Platz 12 der türkischen Liste "UNION-Türk ve Islam Birligi" kandidiert.

Ganz besonders wundern sich Beobachter der Szene schon seit Jahren darüber, wie gleichgültig und verantwortungslos die Krefelder Kommunalpolitik, aber auch die Krefelder Presse mit dieser Gefährdung umgehen. Ein Beispiel: Als Pierre Vogel zur Jahreswende 2009/2010 zu einer "Anti-Silvester-Veranstaltung" in die Al-Quds-Moschee gerufen hat, hat ein Krefelder Lehrer(!) auf dem Schulhof einer Krefelder Gesamtschule mit Flugblättern für diese Veranstaltung geworben. Ein Krefelder Bürger stellte damals eines dieser Flugblätter sicher, übergab dieses der Krefelder WZ und fragte, ob man nicht über diesen skandalösen Vorgang berichten wolle?

Die lapidare Antwort der Krefelder WZ lautete: "Wir wissen doch gar nicht, ob die Muslime das wollen?"