Mittwoch, 5. September 2012

Keine exklusiven ZDF-Auftritte mehr für "Deso Dogg"?

"Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) will den früheren Berliner Rapper Denis Cuspert nach der Veröffentlichung eines islamistischen Hassvideos mundtot machen. „Wer unserer freiheitlichen Demokratie den Krieg erklärt, hat das Recht auf freie Meinungsäußerung verwirkt“, sagte Schünemann am Mittwoch. „Wenn es eines letzten Beweises bedurft hätte, um gegen Cuspert ein Verfahren wegen Grundrechtsverwirkung einzuleiten, dann ist es dieses Hassvideo“, meinte Schünemann. Das ZDF hatte am Dienstagabend ein Video gezeigt, in dem Cuspert erklärt: „Ihr werdet nicht mehr in Sicherheit leben. Ihr setzt Millionen und Milliarden ein für den Krieg gegen den Islam. Und deshalb ist dieses Land hier, die Bundesrepublik Deutschland, ein Kriegsgebiet'." (Quelle: Hamburger Abendblatt, 05.09.12)

Hier stimmt etwas nicht, denn wer diese seltsame ZDF-Dokumentation gesehen hat, der hatte in keinster Weise den Eindruck, dass darin ein Salafisten-Video mit Herrn Cuspert als Hauptdarsteller gezeigt wurde. Wer diese Sendung gesehen hat, der konnte sich vielmehr des Eindrucks nicht erwehren, dass dieses Filmchen, das Denis Cuspert alias "Deso Dogg" ausgiebig von allen Seiten zeigte und natürlich auch noch einen Aufruf zum Jihad beinhaltete, vom ZDF selbst gedreht wurde? Anders formuliert: Eine deutsche Behörde (denn nicht anderes sind öffentlich-rechtliche Sender wie das ZDF) hat einem mit Haftbefehl gesuchten Salafisten großzügig die Möglichkeit gewährt, zur besten Sendezeit vor einem Millionenpublikum zum Jihad aufzurufen.

Noch merkwürdiger wird die Geschichte, wenn man sich mal kurz vor Augen führt, dass Denis Cuspert alias "Deso Dogg" bei den Bonner Salafisten-Krawallen nicht gerade eine Zuschauerrolle innehatte - und trotzdem nicht von den Behörden verhaftet wurde. Und dass er später, trotz Haftbefehl, ungehindert von den deutschen Behörden nach Ägypten ausreisen konnte. Und dass dieses ZDF-Filmchen ganz offensichtlich zwischen diesen beiden Ereignissen gedreht wurde.

Somit ist es gar nicht notwendig, gegen einen Top-Gefährder wie Denis Cuspert alias "Deso Dogg" irgendwelche Verfahren zur Verwirkung von Grundrechten einzuleiten. Stattdessen wäre es schon ein riesiger Schritt nach vorne, wenn deutsche Behörden endlich aufhören würden, solchen Leuten freies Geleit zu gewähren und ihnen obendrein auch noch die Möglichkeit zu geben, zur besten Sendezeit vor einem Millionenpublikum zum Jihad aufzurufen.