Montag, 23. Juli 2012

Neues vom "Arabischen Frühling"

"Als erster westlicher Außenminister hat Guido Westerwelle (FDP) am Dienstag den neuen ägyptischen Präsidenten getroffen. In Kairo sprach er Mohammed Mursi sein Vertrauen für die weitere Demokratisierung aus. Mursi setze auf Rechtsstaatlichkeit, Pluralität und religiöse Toleranz, erklärte Westerwelle. Der ägyptischen Bevölkerung sicherte der Außenminister Unterstützung auf dem Weg zur Demokratie zu: „Sie können sich auf Deutschland verlassen“, sagte er." . . . . "Ägypten ist das Schlüsselland für den Erfolg im Arabischen Frühling“, sagte Westerwelle." (Quelle: liberal.de, 11.07.12)

Frauen im Niqab (Marcello Casal Jr/ABr.)
"Mit einem neuen Fernsehsender setzen die radikal-islamistischen Salafisten im Land am Nil ein deutliches Zeichen: „Maria-TV“ zeigt ausschließlich vollverschleierte Frauen. Und auch hinter den Kulissen, selbst an der Kamera, arbeiten ausschließlich Damen, die den aus Saudi-Arabien stammenden schwarzen „Niqab“ tragen: Nur ein schmaler Sehschlitz bleibt. Die Frauen tragen sogar schwarze Handschuhe." (Quelle: Bild.de, 23.07.12)

Darüber, in welchem Parallel-Universum unser Außenminister-Darsteller Guido Westerwelle (FDP) wohl leben mag, kann man nur noch rätseln. Denn kurz nachdem Westerwelle als erster(!) westlicher Außenminister dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi brav seine Aufwartung gemacht, von Demokratie, religiöser Toleranz und Pluralismus geschwafelt und dem Muslim-Bruder Mursi natürlich auch deutsche Unterstützung zugesagt hat, schreitet die Verwandlung Ägyptens in einen islamischen Gottesstaat munter voran: Maria-TV, der neue Fernsehsender, bei dem ausschließlich vollvermummte Frauen arbeiten dürfen und dessen Programm auf dem Al-Ummah-Kanal der Salafisten ausgestrahlt wird, ist da nur eines von vielen Beispielen.

Aus dem, was unsere Medien vorschnell als "Arabischen Frühling" bejubelt haben, ist schon lange ein dunkler und frostiger islamistischer Winter geworden; Leidtragende sind Christen, Frauen und eigentlich jeder, der mit islamistischem Fanatismus nichts im Sinn hat. Aber genau wie im Inland auch wollen naive deutsche Linksliberale immer noch nicht wahrhaben, wen und was sie da unterstützen.