Freitag, 29. Juni 2012

Ach, wirklich?

"Die Hauptakteure des salafistischen Vereins "Einladung zum Paradies" (EZP) sind auch nach dessen Auflösung nach wie vor aktiv. Das geht aus dem Verfassungsschutzbericht des Landes NRW hervor, den Innenminister Ralf Jäger gestern in Düsseldorf vorstellte." (Quelle: RP-Online, 29.06.12)

Ach, wirklich?

Aber bevor der Betreiber dieses Blogs, der seit der Niederlage gegen Italien nicht gerade die beste Laune hat, schon nach einem einzigen Absatz der Verlockung nachgibt, sich darüber lustig zu machen, dass diese Erkenntnis keinerlei Neuigkeitswert hat, lesen wir erst einmal weiter, was die Rheinische Post sonst noch schreibt:

"So scheint der vorläufige Wegfall von ,Einladung zum Paradies' zu einer Umorientierung einiger Personen aus der Szene hin zu Propagandisten zu führen, die sich eher dam ,jihadistischen Salafismus' orientieren und sehr offen und unmissverständlich Gewalt im Namen des Islam gutheißen", heißt es in dem aktuellen Bericht. Fünf Prozent der landesweit 500 Salafisten seien dem Bereich des "jihadistischen Salafismus" zuzuordnen."

Nun, die Zahl 500 dürfte eindeutig manipuliert sein; Denn fünf Prozent von 500 wären 25 - und in Bonn hatten wir es ganz eindeutig mit mehr als 25 gewaltbereiten Salafisten zu tun. Aber dass die Zahl gewaltbereiter Salafisten immer wieder gerne nach unten manipuliert wird, hat ebenfalls keinerlei Neuigkeitswert.

"Wie Innenminister Ralf Jäger in Düsseldorf erklärte, zählt Mönchengladbach neben Bonn und Solingen zu den regionalen Hochburgen der Salafisten."

Gähn - auch der letzte Satz des heutigen Beitrages der Rheinischen Post enthält nur Altbekanntes. Ob man es beeindruckend oder einfach nur überflüssig findet, dass eine Zeitung Dinge, die längst bekannt sind, zu drei ganzen Absätzen aufbläht, sollte jeder selber entscheiden. Aber falls die Rheinische Post ihren Lesern in der Salafisten-Berichterstattung eines Tages auch mal etwas anderes bieten möchte als immer nur Altbekanntes, so hätte der Betreiber dieses Blogs da einige Vorschläge:

- Die Rheinische Post könnte darüber schreiben, dass und warum es die Stadt Mönchengladbach nicht weiter stört, wenn Salafisten in Rheydter Moschee-Vereinen Unterschlupf finden. Denn in Städten wie z.B. Wiesbaden gibt es CDU-Integrationsdezernentinnen, die sich Moschee-Vereine vorknöpfen, die Kontakte mit Salafisten unterhalten - nur im SPD-regierten Mönchengladbach kräht kein Hahn danach!

- Die Rheinische Post könnte ja mal darüber schreiben, dass und warum die Strafverfolgung von Salafisten in Mönchengladbach immer damit endet, dass die Staatsanwaltschaft das jeweilige Verfahren einstellt oder - alternativ - Freispruch für den jeweiligen Salafisten fordert.

Aber das sind nur gutgemeinte Vorschläge für den äußerst theoretischen Fall, dass sich die Mönchengladbacher Redaktion der Rheinischen Post eines Tages damit, von ihren Lesern Geld für Altbekanntes zu nehmen, nicht mehr so wirklich befriedigt fühlt. Und falls der Betreiber dieses Blogs in diesem Beitrag etwas böse formuliert haben sollte, so sei ihm das bitte nachgesehen: Denn die Ängstlichkeit, mit der die Mönchengladbacher Rheinische Post über "unsere" Salafisten berichtet, ist kein bißchen weniger schwer zu ertragen als die erneute Niederlage gegen Italien.