Dienstag, 12. Juni 2012

Staatsanwaltschaft beantragt und bekommt Freispruch

Die einzige Überraschung des letzten Verhandlungstages um die letztjährige Karnevals-Schlägerei bestand darin, dass sich doch noch eine mutige Zeugin gefunden hat, die bezeugt hat, dass der beklagte Salafist jenen Schlagstock, mit dem dann später auf den am Boden liegenden und somit wehrlosen Karnevalisten brutal eingeschlagen wurde, aus dem Kofferraum seines Autos geholt hat. Leider jedoch wurde - um das schon mal vorwegzunehmen - diese Zeugenaussage später von der Richterin mit der Bemerkung abgetan, es sei nicht strafbar, einen Schlagstock aus dem Kofferraum seines Autos zu holen.

Danach begann jene Komödie, die alle Prozess-Beobachter von Anfang an erwartet haben: Der Vertreter der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft beantragte einen Freispruch für den beklagten Salafisten und ließ es sich nicht nehmen, das Plädoyer des Salafisten-Anwaltes vorwegzunehmen und die Zeugenaussagen als wenig glaubwürdig zu bewerten. Kurz: Der Salafisten-Anwalt war im Prinzip überflüssig - sein Job wurde von einem Vertreter der Staatsanwaltschaft gemacht, der bis dato in diesem Prozess nie wirklich aufgefallen war.

Und nur wenige Minuten später verkündete die Richterin den von der Staatsanwaltschaft gewünschten Freispruch, der von ihr damit begründet wurde, es seien nicht alle Zweifel beseitigt, dass der beklagte Salafist tatsächlich derjenige aus der Salafisten-Meute war, der mit dem Schlagstock auf den Karnevalisten eingeschlagen habe - die Salafisten sähen ja schließlich alle sehr ähnlich aus. Und da ohnehin nur ein einziger der ca. 15 Salafisten, die auf den Karnevalisten eingeschlagen haben, angeklagt war, sind erwartungsgemäß alle salafistischen Schläger straffrei davongekommen. Theoretisch ist es natürlich noch denkbar, dass die Staatsanwaltschaft Sven Lau anklagt - aber das dürfte nun wirklich sehr theoretisch sein.

Bei der Urteilsverkündung erhob sich übrigens lautes Gelächter bei den Zuschauern dieses Prozesses, einige Zuschauer klatschten höhnisch. Damit haben die Zuschauer dieses Prozesses die erneuten "Bemühungen" der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft, die Verurteilung salafistischer Straftäter zu erwirken, besser und treffender kommentiert, als ein Blog-Betreiber dieses jemals hätte tun können.

P.S.: Die Karnevalisten wurden selbstverständlich zu Geldstrafen verurteilt.

Kommentare:

  1. Fazit eines Possenurteils in Co-Produktion mit einem flüsternden "Staatsanwalt" und einer grinsenden Richterin:


    Salafisten sehen sich alle ähnlich durch den langen Bart - deshalb ist de facto eine Verurteilung auch zukünftig nicht möglich .... zumindest nicht in Mönchengladbach.

    Gelächter aus dem Zuhörerraum gab es auch, als die Richterin begründete, dass alleine einen Schlagstock in der Hand halten und den ins Auto legen, keine strafbare Handlung sei.... insofern ist der beklagte Salafist auch deshalb freizusprechen.

    Gelächter aus dem Zuhörerraum über ihre Urteilsbegründungen zum Salafistenfreispruch, konnte die Richterin nun gar nicht vertragen und wurde fuchsteufelswild .... wer noch einmal "stört" (durch Gelächter) wird verwarnt.

    Ach, übrigens - das Urteil erfolgte "im Namen des deutschen Volkes"!!!

    Das war mal wieder eine schon als klassisch zu nennende Co-Produktion zwischen der Mönchengladbacher Justiz und Salafisten - Staatsanwältin Frau Rittgens im Hintergrund lässt freundlich grüßen.

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  2. An MoussaIslam , wenn uns eines Tages unser GG vielleicht auch nicht mehr interessieren würde , so wie euch Brüdern, dann werde ich persönlich dir das laufen lernen.

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  3. Hiermit bitte ich die Kommentatoren dieses Blog darum, darauf zu achten, dass Kommentare einen thematischen Bezug zum Beitrag oder aber zu einem vorhergehenden Kommentar haben müssen. Das kann auch in den "AGBs" dieses Blogs auf der linken Seitenleiste nachgelesen werden.

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