Samstag, 23. Juni 2012

Hasta la Vista, Salafista!

"Ob er und seine Gesinnungsgenossen etwa mit den berüchtigten Mohammed-Karikaturen provozieren werden, behält der Vorsitzende der republikanischen Jugend einstweilen für sich. Fest steht, dass er für Samstag, 14 Uhr, eine Kundgebung vor der Ginnheimer Falah-Moschee unter dem Motto „Freiheit statt Islam/ Hasta la Vista, Salafista“ angemeldet hat." . . .
"Tatsächlich haben sich auch Vertreter der Pro NRW angesagt ebenso Anhänger der ominösen German Defence League." . . .
"Die Falah-Moschee in der Raimundstraße ist nicht zufällig in das Visier der Islamophoben geraten. Sie ist das einzige islamische Gotteshaus in Frankfurt, das dem radikal-islamischen Wanderprediger Abdellatif Rouali vom salafistischen DawaFFM-Netzwerk nach wie vor ermöglicht, in seinen Räumen Islamunterricht anzubieten. Nach Einschätzung des hessischen Verfassungsschutzes dienen diese der Radikalisierung vorwiegend junger Muslime und zumindest indirekt der Werbung für den Dschihad. Erst vor einer Woche wurden die Räumlichkeiten der Falah-Moschee im Rahmen einer Polizeiaktion gegen salafistische Netzwerke durchsucht." (Quelle: Frankfurter Rundschau, 22.06.12)

Okay, nur um das zu verstehen: Heute protestieren die Jugend-Organisationen von proNRW, die der "Republikaner" und die sog. "German Defence League" in Frankfurt gegen die Salafisten. Und sonst protestiert mal wieder niemand: Die Jugend-Organisationen der etablierten Parteien, die Kirchen, die Gewerkschaften, also all jene, die gerne und regelmäßig gegen Rechtsextremismus demonstrieren, haben - wie üblich - mal wieder keine Lust, zur Abwechslung auch mal gegen die Salafisten zu protestieren.

Wenn jetzt aber der Betreiber dieses Blogs es gutheißt, dass wenigstens diese Gruppierungen gegen die Salafisten protestieren, gar zur Teilnahme an dieser Kundgebung aufruft, dann kommen natürlich sofort wieder linke Pöbler um die Ecke gebogen, die dem Betreiber dieses Blogs vorwerfen, er würde sich für diese Gruppierungen als "Wahlhelfer" betätigen. So, als ob es die persönliche Schuld des Blog-Betreibers sei, wenn Kirchen, Gewerkschaften und andere nicht gegen die Salafisten protestieren.

Also erkläre ich es noch einmal ganz langsam, in der Hoffnung, dass auch weniger belichtete Linke meiner - eigentlich sehr simplen - Logik folgen können: Es ist sehr beunruhigend, dass Kirchen, Gewerkschaften und etablierte Parteien den notwendigen Protest gegen die Salafisten immer nur eben diesen in der Tat fragwürdigen Gruppierungen überlassen. Einfach deswegen, weil das diese Gruppierungen stärkt - und das scheint mir im Sinne unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht wünschenswert. Im Sinne eben dieser freiheitlich-demokratischen Grundordnung wäre es ganz eindeutig besser, wenn der Protest gegen die Salafisten und deren Ausgrenzung - ähnlich des Umganges mit Neo-Nazis - von gesamtgesellschaftlichen Kräften getragen und organisiert werden würde.

Nur haben wir diesen gesamtgesellschaftlichen Protest gegen die Salafisten nun einmal (noch) nicht; Dass all jene, die sich ständig im "Kampf gegen Rechts" verausgaben, zu faul und/oder zu ängstlich sind, zur Abwechslung auch mal gegen die Salafisten zu protestieren, ist nicht die Ausnahme - sondern die Regel. Traurig, aber wahr: Nicht einmal die Junge Union protestiert gegen die Salafisten!

Natürlich sind Verbote von Salafisten-Vereinen richtig und wichtig - aber man möge doch bitte nicht glauben, damit sei das Problem gelöst. Ähnlich wie bei Neo-Nazis braucht es Proteste der Bevölkerung, die den Herren Salafisten deutlich klarmachen, dass sie in unserer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft nicht erwünscht sind. Und solange Kirchen, Gewerkschaften und die etablierten Parteien da keinen Protest zustandekriegen oder zustandekriegen wollen, ist es mir immer noch hundertmal lieber, wenn wenig sympathische Gruppierungen, für die ich mich niemals als Wahlhelfer engagieren würde, diesen Protest organisieren, als wenn überhaupt niemand gegen die Salafisten protestieren würde.

Und, nebenbei bemerkt: An Protesten gegen Neo-Nazis nehmen auch immer wieder wenig sympathische Gruppierungen teil - und trotzdem kommt niemand auf die Idee, deswegen die Proteste gegen Neo-Nazis als falsch zu betrachten. Oder denjenigen, die Proteste gegen Neo-Nazis befürworten, deswegen vorzuwerfen, sie seien "Helfer der Antifa" und würden "dem roten Milieu verfallen". Und warum für Proteste gegen Salafaschisten anderes gelten soll, ist logisch nicht nachvollziehbar.

Hasta la Vista, Salafista!

1 Kommentar:

  1. Verschiedene Gruppierungen aus dem rechtspopulistischen und islamophoben Spektrum wollen am Samstagnachmittag vor der Ginnheimer Moschee demonstrieren.

    ... dann kann man damit rechnen, dass linkspopulistische, antiislamophoben Gruppierungen wie Autonome und Antifa, so wie diverser linke "Bündnisse gegen Rechts" auflaufen werden, um nicht - ich wiederhole - um nicht gegen Salafisten oder Radikalextreme Muslime zu protestieren.

    Nein, warum auch gegen die! Das sind doch unsere gemeinsamen willkommenen Freunde, die das identische Ziel haben: Deutschland abzuschaffen.

    Die einen versuchen das über ihre sogenannte "Religion" und ihren "Glauben" an jene "Religion", während die anderen sich im ständigen Klassenkampf mit linken Glaubensbekenntnissen befinden, um Deutschland gesellschaftlich, politisch und kulturell aus den Angeln zu heben.

    Wer macht denn nun das Rennen für Deutschlands Zukunft?

    Das angestrebte islamische "Kalifat Deutschland" mit der Scharia, Allah und seinem Propheten oder das antikapitalistische Proletariat von Marx und Engels?

    Die eine "Religion" kommt aus dem letzten Jahrhundert und die andere "Religion" krächzt unter ihrer inneren Last des Alters von 1.400 Jahren.

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