Donnerstag, 21. Juni 2012

Dumme Frage der Woche

Die vermutlich dümmste Frage der ganzen Woche haben wir der linken taz zu verdanken: Dort hat Sahar Nadi in der Rubrik "Streit der Woche" die Frage gestellt: Muss man Angst vor Salafisten haben?

Ob das nun von der Redakteurin der taz beabsichtigt war oder nicht: So, wie die Frage gestellt ist, lautet die Antwort natürlich erst einmal "nein". Denn der Mensch muß erstmal vor gar nichts Angst haben - entweder hat er Angst oder er hat keine Angst. Viel sinnvoller wäre also die Frage gewesen: Haben Menschen Angst vor den Salafisten? Nur wäre eine solche Frage für einen "Streit der Woche" wohl kaum geeignet gewesen, denn dass Menschen in Städten wie Mönchengladbach, Solingen, aber auch anderswo schon seit längerem Angst vor den Salafisten haben, dürfte ja wohl ziemlich unstrittig sein.

Dass Menschen vor irgendwas oder irgendjemandem Angst haben, bedeutet jedoch noch lange nicht, dass diese Angst auch objektiv berechtigt ist. Man nehme nur die Angst der Gallier, der Himmel könne ihnen auf den Kopf fallen, die Angst der Deutschen vor der Freiheit oder die Angst vieler Menschen davor, ein Flugzeug besteigen zu müssen - und schon sehen wir, dass der Mensch oftmals ganz irrationale Ängste hat, die nicht wirklich objektiv begründet sind. Was auf Deutsche vermutlich ungleich stärker zutrifft als auf andere. Umgekehrt jedoch zeigt uns die Menschheitsgeschichte viele Beispiele, in denen der Mensch vor ganz offensichtlichen Bedrohungen keine Angst hatte - und erst dann Angst bekommen hat, als es für Abwehrmaßnahmen längst zu spät war. Somit ist es nicht immer sinnvoll, keine Angst zu haben, denn die Angst hat eine wichtige Funktion: Sie soll uns vor Bedrohungen warnen und uns in die Lage versetzen, Maßnahmen zur Abwehr der Bedrohung zu ergreifen.

Somit hätte die Frage der taz sinnvollerweise lauten müssen: Ist die Angst vor den Salafisten berechtigt?

Aber auch diese Frage ist im Juni 2012 nicht mehr für einen "Streit der Woche" geeignet. Vor zwei Jahren mag diese Frage auf Mönchengladbachs Straßen noch teilweise wüste Streitereien und Beschimpfungen ausgelöst haben - heute jedoch zeichnen sich in Deutschland einheitlichere Sichtweisen ab. Was auch nicht verwunderlich ist, denn wenn sich im 21. Jahrhundert in einer zivilisatorisch hochentwickelten Kultur wie Deutschland Steinzeit-Islamisten immer dreister breitmachen, die Frauen vollvermummen und deren Rechte für verzichtbar halten, die sich durch alles und jeden "provoziert" und "beleidigt" fühlen, gar Karikaturen als Anlaß begreifen, Polizisten abzustechen und die ständig durch Verstrickungen in terroristische Aktivitäten auffallen, dann kommen selbst Hardcore-Linke immer seltener auf die Idee, so etwas als "Folklore" abzutun; Dann kommt man einfach nicht mehr umhin, die Angst der Menschen vor den Salafisten als - leider - berechtigt zu begreifen.

So bedauerlich das auch sein mag, aber wer Fragen stellt, die längst beantwortet sind, der wird auf seinen "Streit der Woche" wohl verzichten müssen. Vielleicht hätte die taz ja fragen sollen, ob es in Ordnung ist, wenn ein gewisser Fußballer beim Singen unserer Nationalhymne immer seine Lippen fest aufeinandergepresst hält; Eine solche Frage hätte in diesem verrückten Land glatt das Zeug zum "Streit des Monats" - wenn nicht zu mehr. Aber das ist glücklicherweise kein Thema dieses Blogs!

1 Kommentar:

  1. Natürlich muss man vor Salafisten keine Angst haben. Das sind Mitglieder einer bunten Folkloretruppe, die fröhlich zu Allah und den Propheten singen.

    Hier der kölsche Pierre Vogel auf Dawa-Tournee:

    http://www.youtube.com/watch?v=51Jo--MZh6Q

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