Freitag, 25. Mai 2012

Perverses aus Solingen

"Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) war in seiner Begrüßung Darstellungen in überregionalen Medien entgegengetreten, wonach Solingen der zentrale Hort radikaler Extremisten sei: „Der Salafismus ist nicht Solingen“, sagte der 53-Jährige. 130 Nationen mit unterschiedlichen Kulturen lebten hier friedlich zusammen: „Wir sind und bleiben eine Integrationsstadt." (Quelle: Solinger Tageblatt, 25.05.12)

Solingen ist inzwischen eine der Hochburgen der Salafisten in Deutschland, bei jedem Aufmarsch des Solinger "Bunt statt Braun"-Bündnisses marschiert das "Who is who" des deutschen Linksradikalismus mit, Erklärungen gegen Extremismus werden von Organisationen wie Milli Görüs, die selber extremistisch sind, mitunterschrieben: In keiner anderen Stadt Deutschlands fühlen sich Extremisten derzeit so wohl und heimisch wie in Solingen - da kommt selbst eine Stadt wie Mönchengladbach nicht mehr mit. Aber Solingens CDU-OB Norbert Feith hat nichts Besseres zu tun, als sich darüber zu beschweren, dass überregionale Medien über diesen Zustand berichten. Nun ja.

Der geneigte Leser weiß natürlich schon, worum es geht: Es geht über die x-te Solinger "Aufklärungsveranstaltung" zum Thema Salafismus, bei der am Donnerstag auch der Reporter dieses Blogs wieder vor Ort mit dabei war. Und was diesem geboten wurde, war erneut ein beeindruckendes Schaupiel Solinger Schwätzerei:

In seiner Begrüßungsrede sprach OB Feith merkwürdig wenig über die Salafisten in seiner Stadt, schon gar nicht darüber, was er gegen diese zu tun gedenke - stattdessen redete er immer wieder davon, dass man das Feld "nicht den Rechtsextremisten überlassen dürfe". Und daran, wen er damit meinte, ließ Herr Feith natürlich keinen Zweifel: proNRW.

Hauptrednerin des Abends war aber ganz eindeutig die - regelmäßigen Lesern dieses Blogs längst bekannte - "Islamismus-Expertin" Claudia Dantschke. Und die hielt einen langen Vortrag, in dem sie auf Salafisten-Gewalt gar nicht erst eingegangen ist: Dass es z.B. in Bonn schwere Salafisten-Krawalle gegeben hat, räumte Frau Dantschke erst ein, nachdem ein Zuhörer sie darauf angesprochen hat. Über die Terror-Anschläge von Arid Uka und Mohamed Merah hat Frau Dantschke kein einziges Wort verloren - salafistischen Terrorismus scheint es in der Welt der Claudia Dantschke nicht zu geben.

Absurde Züge nahm der Vortrag von Frau Dantschke an, als sie über den in England wegen Terror-Verdachtes verurteilten Solinger Salafisten Robert Baum sprach, als ob er ein Opfer sei, welches sich nicht aus den "Fängen" der Salafisten befreien könne. Dass es sich bei diesem missratenen Bengel um einen gemeingefährlichen Fanatiker handelt, der auf dem Weg in ein Ausbildungslager für Terroristen verhaftet wurde, blieb natürlich unerwähnt. In ihren Ausführungen unterteilte Claudia Dantschke dann in "gute" (puristische, gewaltfreie) und "böse" (radikale, gewalttätige, jihadistische) Salafisten. Und sodann präsentierte sie dem staunenden Publikum auch gleich die Lösung: Man müsse mit den "guten" Salafisten zusammenarbeiten, um die "bösen" Salafisten von der Gewalt abzuhalten. Unfreiwillige Komik offenbarte Frau Dantschke übrigens, als sie beiläufig bemerkte, dass sie die Mönchengladbacher Salafisten nicht zu den "bösen" Salafisten zähle. Eine Aussage, zu der einem wirklich nichts mehr einfällt.

Wirklich pervers wurde es jedoch, als Frau Dantschke ein paar Vorschläge machte, welche "guten" Salafisten für eine solche Zusammenarbeit in Frage kämen: Zum einen nannte sie Hassan Dabbagh - also jenen feinen Herrn, der sich erst jüngst in der TV-Sendung "Menschen bei Maischberger" von Gewalt distanziert hat, aber gleichzeitig darauf verwiesen hat, dass man unsere Verfassung nur solange zu beachten gedenke, solange man "in der Minderheit" sei. Womit natürlich seine Distanzierung von Gewalt keinerlei Glaubwürdigkeit mehr hatte. Und zum anderen nannte und zeigte sie mit Bild - Mohamed Ciftci!

Mohamed Ciftci am 17.09.10 in MG
Da sollte man doch mal kurz daran erinnern, mit wem wir es bei Herrn Ciftci zu tun haben: Ein 15jähriger Besucher seiner sog. "Islamschule" hatte laut der "Welt" vom 10.10.10 den Zünder für die Terroristen der Sauerland-Gruppe transportiert. Im gleichen Beitrag der "Welt" wird ferner darauf verwiesen, dass ein anderer von Ciftcis "Schülern" in Haft gekommen ist, weil er sich für die libanesische Terror-Organisation Hisbollah in die Luft sprengen wollte.

Arid Uka, der Attentäter, der am 02.03.12 am Frankfurter Flughafen zwei unschuldige Menschen ermordete und einen weiteren Menschen für den Rest seines Lebens zeichnete, hatte vor seinem feigen und heimtückischen Anschlag laut der "Braunschweiger Zeitung" Kontakt mit dem Salafisten-Verein Einladung zum Paradies aufgenommen - dem zum damaligen Zeitpunkt Mohamed Ciftci vorstand.

Auch Mohamed Merah, der "Schlächter von Toulouse", der im März dieses Jahres sieben Menschen, darunter drei jüdische Kinder, ermordete und kurz vor seinem eigenen Tod bedauerte, nicht noch mehr Kinder ermordet zu haben, hatte laut einer serbischen Tageszeitung kurz vor seinen brutalen Morden an "Vorträgen" Ciftcis in Bosnien teilgenommen. Für das Verständnis des Blog-Betreibers sind das einfach ein paar "zufällige" Kontakte zuviel, da verkommt es fast zur Nebensache, dass Herr Ciftci auch die Steinigung für gerechtfertigt hält oder festgestellt hat, dass jene, die den Islam verlassen, geköpft werden müssen.

Fazit: Die Tatsache, dass überregionale Medien Solingen mit Extremismus in Verbindung bringen, könnte noch das harmloseste Problem von Solingens OB Feith sein. Denn Auftritte wie der von Frau Dantschke, die in "gute" und "böse" Salafisten unterteilt, hierbei willkürliche Zuordnungen vornimmt, Terror-Anschläge einfach ausblendet und so tut, als ob es diese nicht gegeben hätte, führen zwangsläufig zu der Frage, wie man denn in Solingen zum Terrorismus steht?

Abgrenzung vom Terrorismus sieht jedenfalls anders aus.

1 Kommentar:

  1. Spiegel TV: Netzwerk der Salafisten um Mohamed Mahmoud

    http://www.youtube.com/watch?v=X5nzDcW5fkM&feature=g-vrec

    Salafisten auf Dschihad-Kurs

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