Dienstag, 22. Mai 2012

Bonn: Eine Friedensdemo mit Salafisten

"Saloua Mohamed ist da resolut: „Unsere Gesellschaft spaltet sich. Das dürfen wir nicht zulassen“, sagt die junge Frau, die als Streetworkerin in Tannenbusch, Bad Godesberg und Auerberg arbeitet. Am Sonntag setzt sie sich an die Spitze einer Friedensbewegung, die durch den Bonner Stadtteil Lannesdorf zog. Hintergrund sind die gewalttätigen Ausschreitungen am 5. Mai nach einer Pro-NRW-Wahlveranstaltung, mutmaßlich durch gewaltbereite Salafisten. 29 Polizisten sind bei der Straßenschlacht verletzt worden, zwei davon schwer. 109 Festnahmen verbuchte die Polizei nach dem Einsatz. Rund 150 Menschen finden den Weg in die Ellesdorfer Straße, um vorbei an der König-Fahd-Akademie zu ziehen, wo sich Anfang Mai die Gewalt abspielte." (Quelle: Kölnische Rundschau, 21.05.12)

Seufz - rührend. Schade nur, dass der Reporter dieses Blogs auch an der Veranstaltung teilgenommen hat und mit eigenen Augen gesehen hat, was sich auf dieser "Friedensdemo" tatsächlich abgespielt hat.

Um das schon mal vorweg zu sagen: Auf dieser "Friedensdemo" wurden viele Reden gehalten - aber kein einziger Redner kam auf die Idee, sich von den Salafisten zu distanzieren. Statt dessen wurde in Reden immer wieder betont, dass Muslime "so etwas" (= Polizisten niederstechen oder mit Steinen bewerfen) nicht tun würden.

Da aber Salafisten nun einmal unstrittig Muslime sind, stellt sich somit die ganz banale Frage: Wer war es dann? Wer hat denn nun die Polizisten mit Steinen beworfen und mit Messern niederzustechen versucht? Eskimos? Waren es Fans, gar Spieler von Hertha BSC? Oder eine Straßengang aus der Chicagoer South Side, die gerade in Deutschland Urlaub macht?

Wir sehen: Rätsel über Rätsel!

Wirklich bemerkenswert an dieser "Friedensdemo" war jedoch, dass auch die Herren Salafisten daran teilgenommen haben. Zwar waren sie zu diesem Anlass nicht "traditionell" bekleidet, also kein Häkelmützchen und Krankenhaus-Nachthemd - stattdessen waren sie am Sonntag westlich gekleidet, d.h. sie trugen Jeans, T-Shirt und Pullover. Und natürlich haben sie sich auf dieser "Friedensdemo" auch nicht als Salafisten zu erkennen gegeben. Nur ändert das alles nichts daran, dass unser Reporter, der die brutale Attacke der Salafisten auf Polizisten am 5.Mai selber miterlebt hat, unter den westlich gekleideten Teilnehmern dieser "Friedensdemo" fast zehn der damaligen Steinewerfer wiedererkannt hat.

Wohlgemerkt: Ob Saloua Mohamed und den anderen Organisatoren dieser "Friedensdemo" bekannt war, dass sich auch steinewerfende Salafisten unter die Teilnehmer gemischt haben, entzieht sich unserer Kenntnis.

Der Bonner OB Jürgen Nimptsch (SPD) jedoch schien bemerkt zu haben, welches Spiel da gespielt wird: Als er seine Rede halten sollte, gesellten sich sofort freundlich lächelnde, westlich gekleidete Salafisten zu ihm - und stellten sich links und rechts neben ihn. Woraufhin Herr Nimptsch nicht die von einigen Teilnehmern gewünschte "lange Rede" hielt, sondern schnell drei Sätzchen sagte - und sich dann eiligen Schrittes von seinen salafistischen Bewachern wieder entfernte. Und auch die Anwohner schienen gemerkt zu haben, welches Spiel da gespielt wird - anders kann man die Wut einiger Anwohner über diese Show-Veranstaltung, die sich in Gesprächen mit unserem Reporter immer wieder zeigte, nicht erklären.

Fazit: Eine gelungene Show-Veranstaltung, auf welcher sich auch salafistische Steinewerfer plötzlich als friedliebende Muslime präsentieren - was gewisse Zeitungen natürlich verschweigen. Ob letzteres wohl damit zu tun hat, dass Journalisten, die kritisch über Salafisten berichten, dieser Tage mit dem Tod bedroht werden?