Donnerstag, 1. März 2012

Was bei RP-Online so alles spurlos verschwindet

In Mönchengladbach haben zwei Anti-Salafisten-Initiativen mit Demos, Aufklärungsarbeit und regelmäßigen Mahnwachen die Salafisten zumindest in die Defensive gedrängt – vermutlich wäre vieles in Mönchengladbach anders verlaufen, hätte es diese beiden Bürgerinitiativen nicht gegeben.

Somit ist es leicht verständlich, dass viele Menschen in Mönchengladbach die Ereignisse in Solingen schon seit Wochen mit Interesse, aber auch mit Solidarität für die Solinger Bürger verfolgen. Inzwischen jedoch ist man verwundert über die Passivität, mit der die Solinger Bürger auf diese Situation reagieren.

So sehr ich die “Solinger Erklärung” begrüße – darüber, dass sich die Herren Salafisten von solchen Erklärungen nicht beeindrucken lassen, sollte man sich im Klaren sein. Und sich immer nur auf die “Staatsmacht” zu verlassen, kann fatale Folgen haben: Gerade das Beispiel Mönchengladbach hat deutlich gezeigt, wie gerne die Staatsmacht alles, was mit den Salafisten zu tun hat, unter den Teppich kehrt.

Was aber am allerschlimmsten ist: Das Protestieren gegen die Salafisten überläßt man in Solingen ganz offensichtlich fragwürdigen Kräften wie “proNRW”. Damit ist es vorprogrammiert, dass all jene, die zu Recht Angst vor den Salafisten haben, jetzt in die Arme solcher fragwürdigen Kräfte getrieben werden – womit man solche Kräfte auch noch stärkt. Denn sonst ist ja bis jetzt niemand in Sicht, der in Solingen gegen die Salafisten zu protestieren gedenkt!

Liebe Solinger, auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Jetzt seid Ihr gefordert! Wenn Ihr wirklich den Salafisten klarmachen wollt, dass sie in Eurer Stadt nicht erwünscht sind, dann reicht es nicht, immer nur darauf zu warten, was die “Staatsmacht” wohl als nächstes tun wird. Wenn Ihr nicht wollt, dass gefährliche Extremisten dauerhaft in Eurer Stadt eine Basis unterhalten, dann werdet Ihr Euch jetzt organisieren müssen.

Und zwar genauso, wie sich z.B. andere Gruppierungen gegen Rechtsextremismus organisieren. Dann werdet Ihr Demos gegen die Salafisten veranstalten müssen, mindestens jedoch regelmäßige Mahnwachen vor der Millatu-Ibrahim-Moschee – genauso, wie das die Mönchengladbacher Bürger in der Vergangenheit gemacht haben. Natürlich erfordert das anfänglich viel Mut – dem Verfasser dieser Zeilen und seinen Mönchengladbacher Mitstreitern ist das aus eigener Erfahrung sehr wohl bewußt.

Der Punkt ist nur: Anders geht’s nicht. Denn von der Politik oder dem Staat haben sich die Salafisten noch nie beeindrucken lassen. Ein klarer und scharfer Bürger-Protest hingegen kann – siehe Mönchengladbach – einiges bewirken.

Diesen Text hat der Betreiber dieses Blogs in den Nachmittagsstunden des 01.03.12 wort- und zeitgleich im Solinger Boten und in einem Solinger Leser-Kommentarbereich unseres Lieblings-Mediums RP-Online veröffentlicht.

Im Solinger Boten kann man diesen Text bis heute lesen, in dem Leser-Kommentarbereich von RP-Online jedoch ist dieser Text nur wenige Stunden nach seiner Veröffentlichung - zusammen mit allen Reaktionen darauf - spurlos verschwunden.

Schon interessant, was bei RP-Online so alles spurlos verschwindet.