Sonntag, 25. März 2012

In der Sackgasse

Es gibt Beiträge, die man als Blog-Betreiber immer vor sich her schiebt - typischerweise ist das immer dann der Fall, wenn es um Wahrheiten geht, die einem selber nicht gefallen. Und wenn dem Betreiber dieses Blogs in den letzten Monaten eines beunruhigt und mißfallen hat, so ist es der Umstand, dass wir in Mönchengladbach seit letztem Herbst keine aktive Anti-Salafisten-Initiative mehr haben.

Auch wenn die meisten Debatten abseits dieses Blogs stattgefunden haben, so ist über das Scheitern von BI und IgS im letzten halben Jahr genug diskutiert worden - da habe ich wirklich keine Lust mehr, mich noch weiter dazu zu äußern. Abgesehen vielleicht von der Feststellung, dass beide Initiativen für mein Verständnis daran gescheitert sind, weil die Mitglieder der Selbstsucht ihrer Sprecher nichts entgegengesetzt haben. Aber sonst ist da wirklich alles gesagt, was zu sagen war.

Entscheidend ist etwas ganz anderes: Nachdem sich BI und IgS aus dem Anti-Salafisten-Engagement faktisch zurückgezogen haben, bin ich voller Vertrauen in die Mönchengladbacher Salafisten-Gegner davon ausgegangen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich diese in einer neuen Initiative re-organisieren - und heute, so viele Monate später, feststellen zu müssen, dass nichts dergleichen passiert ist, ruft in mir schon eine gewisse Enttäuschung hervor.

Denn was wir in der jüngeren Vergangenheit hatten, waren nur noch Einzel-Aktionen: Manchmal mutige und beherzte Einzel-Aktionen, wie z.B. der Strafantrag und die Beschwerde gegen die Verfahrenseinstellungen der Staatsanwältin Ritgens - manchmal aber auch vielleicht nicht ganz so durchdachte Einzel-Aktionen. In jedem Fall bleibt die Erkenntnis, dass die Summe von Einzel-Aktionen niemals die planvolle Zusammenarbeit einer Initiative wird ersetzen können.

Dringend nötig wäre eine solche Initiative allemal, denn in Sachen "Mönchengladbach und die Salafisten" hat sich seit dem ersten Mönchengladbacher Bürger-Protest am 09.08.10 nichts, aber auch wirklich gar nichts zum Besseren verändert: Bis heute ist noch kein einziger hochrangiger Salafist angeklagt worden. Daran, dass auch der Schläger vom 24. Juni nie angeklagt wurde, sehen wir am deutlichsten, dass hochrangige Salafisten in Mönchengladbach unverändert keine Strafverfolgung zu befürchten haben.

Dass linksdrehende Lokalpolitiker und Medien dieses Problem lediglich unter den Teppich kehren wollen, war noch nie so deutlich zu sehen wie in dem Beitrag der Rheinischen Post vom 13.03.12: Denn da haben gleich drei Redakteure der Rheinischen Post behauptet, dass nordrhein-westfälische Städte die Salafisten mit Hilfe baurechtlicher Maßnahmen "erfolgreich bekämpfen", gar "stoppen" würden - aber im gleichen Beitrag kleinlaut zugegeben, dass derartige Maßnahmen lediglich bewirken, dass sich die Herren Salafisten dann nur auf andere Moschee-Gemeinden verteilen. Und wie richtig und wichtig es ist, sich gegen Salafisten zu engagieren, müßte spätestens nach dem Massaker in Toulouse jetzt auch der letzte Langsamdenker begriffen haben.

Aber man soll die Hoffnung ja bekanntlich nie aufgeben; Vielleicht werden sich die Mönchengladbacher Salafisten-Gegner ja eines Tages in einer neuen Initiative re-organisieren. Dann hätte Anti-Salafisten-Engagement in dieser Stadt auch wieder eine Perspektive - aber auch erst dann.