Dienstag, 6. März 2012

Alarmbereitschaft?

"Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft" - so betitelt hier doch tatsächlich die F.A.Z. den vermeintlichen Umzug Mohamed Mahmouds von Solingen ins Rhein-Main-Gebiet. Und Denis M. Cuspert alias "Deso Dogg" alias Abu Maleeq, der sich seit dem 2. März ebenfalls im Rhein-Main-Gebiet aufhalten soll, steigert die mediale Hysterie gleich nochmal.

Diese Hysterie, die unsere Medien immer veranstalten, wenn unsere salafistischen Möchtegern-Taliböhnchen so durchs Land reisen, hat der Betreiber dieses Blogs noch nie verstanden; Man könnte es schon komisch finden, welchen Wirbel unsere Presse erst vor wenigen Wochen veranstaltet hat, nur weil Sven Lau mal kurz seine Münsteraner "Brüder" besucht hat. Denn das die Salafisten in Deutschland, ganz besonders in NRW, gut vernetzt sind und es schlichtweg Normalität ist, dass die obersten Hassprediger immer wieder mal durchs Land reisen, hat unsere Presse wohl noch nicht so ganz mitbekommen.

Natürlich wäre es Unfug, Figuren wie Mohamed Mahmoud, Denis M. Cuspert oder auch Pierre Vogel zu verharmlosen. Ganz besonders bei einem Denis M. Cuspert, der sich  - leider auch mit grauenvollem Gesang - zum Jihad bekennt, gibt es nichts zu verharmlosen. Und auch wenn Pierre Vogel immer behauptet hat, er würde sich gegen Terrorismus aussprechen, so zeigt doch sein letztjähriges Bestreben nach einem "Totengebet" für Osama bin Laden, welch' Geistes Kind er ist - auch da gibt es nichts zu verharmlosen.

Nur geht die eigentliche Bedrohung nicht von einer Handvoll medialen Hasspredigern aus, sondern von der Ideologie des Salafismus - und davon, dass diese explizit frauenfeindliche und gegen Andersgläubige gerichtete Ideologie bei jungen Muslimen unseres Landes immer mehr Anklang findet. Kurz: Das salafistische "Fußvolk" wächst bedrohlich. Und Arid Uka wie auch die beiden in England festgenommenen und verurteilten Solinger Salafisten sollten uns eigentlich gelehrt haben, dass Attentäter und potentielle Attentäter immer genau diesem "Fußvolk" entstammen.

Und da hat sich nirgendwo etwas geändert: Das salafistische Fußvolk in Solingen hat sich schon vor der Ankunft Mohamed Mahmouds in der Millatu-Ibrahim-Moschee getroffen - und dürfte das auch nach seinem Wegzug weiterhin so tun. Gleiches gilt für das salafistische Fußvolk im Rhein-Main-Gebiet, das schon vor der Ankunft der Herren Cuspert und Mahmoud sehr aktiv war - und es auch ohne diese beiden Herren wäre.

Leider hat sich da auch in Mönchengladbach nichts geändert: Die ehemals Eickener Salafisten haben laut Polizei in einer Rheydter Moschee Unterschlupf gefunden. Aber wenn tags darauf der Moschee-Betreiber erklärt, man würde lediglich "einige" Salafisten re-integrieren, so löst sich sofort alles in Wohlgefallen auf - man kommt nicht einmal auf die Idee, nachzufragen, in was die Herren Salafisten da wohl "re-integriert" werden? Auch daran, dass wir immer noch keine Erklärung dafür haben, wie salafistische Propaganda auf die Internet-Seite der Masjid-Arrahman-Moschee gelangen konnte, stört sich niemand.

Dinge, die man tatsächlich mal als Grund für Alarmbereitschaft begreifen könnte - die aber in einer Stadt wie Mönchengladbach komischerweise niemanden alarmieren.