Sonntag, 19. Februar 2012

Solingens erster schwerer Fehler

"Bürger können gegen Salafisten unterschreiben
Wenn am 24. März die Rechtspopulisten von Pro NRW Remscheid und Solingen für ihre Kundgebungen gegen den Bau einer Moschee beziehungsweise gegen das Wirken der Salafisten ausgesucht haben, wird ihnen eine breite Front entgegentreten." (Quelle: RP-Online, 16.02.12)

Kann mir da bitte jemand den logischen Zusammenhang erklären?

Vermutlich nicht, denn das dürfte eher in den Bereich der Schizophrenie gehören: Da kommt ein salafistischer Hassprediger nach Solingen, ganz eindeutig in der Absicht, sich dort dauerhaft niederzulassen - aber keine Sau kommt auf die Idee, mal dagegen zu demonstrieren. Stattdessen demonstrieren die Solinger "Bündnisse" gegen Parteien, die gerade mal für einen Tag in ihre Stadt kommen, um gegen die Salafisten zu demonstrieren. Begründet wird das damit, dass man diese Parteien - mal zu Recht, mal zu Unrecht - für rechtsextrem halte.

Diese Form der Schizophrenie haben wir im Herbst 2010 in Mönchengladbach auch erleben müssen. Aber damals waren es die Mönchengladbacher Bürger-Protestbewegungen, die einfach alles richtig gemacht haben: Einerseits haben sich die BI und die IgS immer der Zusammenarbeit mit Links- wie auch Rechtsextremisten konsequent verweigert - Kräfte wie die NPD oder proNRW hatten somit zu keinem Zeitpunkt eine Chance auf Zusammenarbeit mit den Salafisten-Gegnern dieser Stadt. Andererseits haben BI und IgS mit ihren konsequenten Protesten gegen die Salafisten Parteien dieser Art schlichtweg überflüssig gemacht. Die satte Abfuhr, welche die Mönchengladbacher Salafisten-Gegner proNRW am 09.10.10 erteilt haben, spricht Bände: Danach wurde proNRW in unserer Stadt nicht mehr gesehen.

Und hier machen die Solinger "Bündnisse" einfach alles falsch: Indem man nicht gegen Salafisten protestiert, sondern nur gegen fragwürdige Parteien, welche ihrerseits gegen Salafisten protestieren, treibt man die Menschen in Solingen, die Angst vor den Salafisten haben, immer mehr in die Arme von Rechtsradikalen.

Solingen ist eine Stadt, die sich in Sachen Extremismus ständig wehrhaft präsentiert und in der man unablässig betont, man wüßte, was Extremismus sei und was man dagegen zu tun habe - nicht selten mit einem deutlichen Unterton der Überheblichkeit. Da überrascht es schon, dass die Solinger "Bündnisse" einen solchen dummen Fehler machen.