Montag, 23. Januar 2012

Schlachtfeld Mönchengladbach

"Die Polizei erklärt hingegen, dass es bislang in der Stadt zu keiner öffentlichen Auseinandersetzung der Banden gekommen sei. Demnach könnte das Zusammentreffen also auch zufällig passiert sein. Für die Mönchengladbacher ist der Gewaltausbruch dennoch ein Schock." (Quelle: RP-Online, 22.01.12)

Schock? Kann es sein, dass dieser Beitrag von jemandem verfaßt wurde, der mit Mönchengladbacher Verhältnissen, speziell denen in der Mönchengladbacher Altstadt, nicht so ganz vertraut ist? Und der gar nicht miterlebt hat, wie schnell das Party-Volk zur Normalität übergegangen ist und weitergefeiert hat?

Nun, der Betreiber dieses Blogs hatte in der letzten Nacht das fragwürdige Vergnügen, die Szenerie mit eigenen Augen bestaunen zu dürfen. Und eines muß man natürlich ganz klar feststellen: Es war selbst für Mönchengladbacher Verhältnisse eine völlig neue Dimension von Gewalt.

Aber als "Schock" habe ich es nicht erlebt; Dazu ist dieser Teil der Stadt längst viel zu heruntergekommen, dazu sind Gewalt und ständige Polizei-Einsätze an Wochenenden in diesem Teil der Stadt zu sehr Normalität. Und daran können auch die Redakteure der Rheinischen Post nichts ändern, die sich seit Jahren daran abarbeiten, die Verhältnisse in der Mönchengladbach Altstadt schönzuschreiben. Nur haben die Bürger dieser Stadt längst mitbekommen, dass die Realitäten dieser Stadt und die "heile Welt", von denen ihnen die Rheinische Post sechsmal wöchentlich so erzählt, oftmals eher wenig miteinander zu tun haben.

Die eigentlich wichtige Frage jedoch lautet: War es wirklich Zufall, dass Hells Angels und Bandidos ausgerechnet ihren Weg nach Mönchengladbach gefunden haben - und hier aneinander geraten sind?

Und da wären wir z.B. auch wieder bei den Herren Salafisten, denn die Salafisten wurden in den letzten 17 Monaten von den Mönchengladbacher Behörden regelrecht "gehätschelt".

Im Moment ist für viele Bürger dieser Stadt Staatsanwältin Ritgens die "Buhfrau", der man die Schuld dafür gibt. Sicherlich: Auch der Betreiber dieses Blogs hofft darauf, dass der Strafantrag gegen Christiane Ritgens zur Folge haben wird, dass die Straffreiheit für Salafisten in dieser Stadt jetzt ein Ende haben wird. Es ist wahrlich nicht so, dass ich Frau Ritgens irgendwas Böses will - genau wie viele andere Bürger dieser Stadt will auch ich einfach nur, dass Salafisten in dieser Stadt genauso nach unseren Gesetzen behandelt werden wie jeder andere auch.

Nur greift es zu kurz, wenn man Frau Ritgens als die alleinig Schuldige für diese Situation begreift. Erinnern wir uns doch nur mal kurz hier und hier, wie alles begonnen hat - und schon sehen wir, dass die Behörden unserer Stadt schon lange vor Frau Ritgens alles getan haben, um die Salafisten zu hätscheln.


Aber zurück zur Mönchengladbacher Altstadt: Hier erleben wir seit Jahren, dass eine besoffene und randalierende Minderheit dieses Viertel jedes Wochenende fest in ihrer Hand hat - zum Nachteil der Mehrheit, unabhängig davon, ob Anwohner oder zivilisierte Mönchengladbacher, die nur noch entsetzt sind über den Niedergang ihres einst so schönen Vergnügungsviertels; Das es hier an Wochenenden morgens nur noch nach Kotze und nach Pisse stinkt, ist längst genauso Realität, wie die Angst von Frauen oder älteren Menschen, dieses Viertel an einem ganz normalen Freitag- oder Samstagabend ohne Begleitung überhaupt noch zu betreten. Oder die Wut vieler Eltern darüber, ihre Kinder morgens durch diesen "Scherbenhaufen" zur Schule schicken zu müssen - begleitet von den letzten grölenden Besoffenen.   

Und das Durchgreifen Mönchengladbacher Behörden gegenüber eben dieser Minderheit kann man selbst bei wohlwollender Betrachtung nur noch mit Vokabeln wie "zaghaft" und "zurückhaltend" beschreiben; Bestes Beispiel dafür ist die Forderung vieler Anwohner nach einer Rund-um-die-Uhr-Polizeipräsenz an Wochenenden, die seit Jahren ungehört verhallt.

Egal, ob Salafisten oder der seit Jahren regelmäßig randalierende "Altstadt-Mob": Wenn in einer Stadt immer nur jene Klientel gehätschelt wird, die mit unseren Gesetzen und Werten nichts im Sinn hat, so ist es nur logisch, dass sich das auch in anderen Teilen unseres Bundeslandes herumspricht. Und dann darf man sich auch nicht darüber wundern, dass auch andere Gruppierungen, die mit unseren Werten und unseren Gesetzen nichts im Sinn haben, Mönchengladbach plötzlich zu ihrem "Schlachtfeld" machen.

Eben deshalb glaube ich nicht, dass Hells Angels und Bandidos "zufällig" in der Mönchengladbacher Altstadt aneinander geraten sind; Was wir gestern Nacht erlebt haben, war nichts anderes als die logische Konsequenz der Politik dieser Stadt - die es geschafft hat, Mönchengladbach für jede Art fragwürdiger Klientel höchst attraktiv zu machen.