Mittwoch, 7. Dezember 2011

Zweierlei Maß

Der Prozeß gegen Arid U. ist am Montag mit einem eher merkwürdigen Verhandlungstag weitergegangen: In Sachen Tat oder Tat-Hintergrund hat sich überhaupt nichts Neues ergeben, statt dessen ging es nur um die Person und das Leben des Mörders. So wurden am Montag z.B. ehemalige Lehrer, Mitbewohner und Freunde Arid U.s vernommen.

Natürlich kann sich nicht jeder Verhandlungstag mit der Tat und deren Hintergrund beschäftigen. Aber wenn man sich diesen Prozeß, die faktisch inexistenten politischen Reaktionen darauf und die eher mickrige Berichterstattung der deutschen Medien so anguckt, so wird der Unterschied zu den Reaktionen auf andere extremistisch motivierte Gewalt-Taten immer auffälliger:

Wenn Neo-Nazis Muslime ermorden, so gilt die ganze Aufmerksamkeit den Opfern. Was auch so richtig ist: Man mag darüber erstaunt sein, wenn Hinterbliebene plötzlich ins Schloß Bellevue eingeladen werden - und dahinter politische Intentionen vermuten. Aber das nach extremistisch motivierten Gewalt-Taten die Aufmerksamkeit den Opfern gilt, ist gut und richtig so.

Wenn jedoch ein von Salafisten inspirierter Terrorist mit zünftigem "Allahu akbar" Menschen ermordet, so interessieren die Opfer nur einen Scheißdreck. Dann beschäftigt man sich nur noch mit dem Täter, verschwendet ganze Prozeßtage darauf, dessen Verhältnis zu seinen Mitmenschen, zu Amerika und zu was-auch-immer zu ergründen. Und man präsentiert uns nette Zeitungsartikelchen, die uns den Täter als ganz normalen, sympathischen Menschen schildern, der sogar einen amerikanischen Freund hatte, "Family Guy" lustig findet, kurz: Der ja eigentlich gar nichts gegen Amerikaner hatte. Man könnte da glatt vergessen, das ihm diese ganze Aufmerksamkeit nur deshalb zuteil wird, weil er zwei von ihnen ermordet und einen weiteren für den Rest seines Lebens gezeichnet hat.

Merke: Neo-Nazis sind die Re-Inkarnation des Teufels, islamistische Terroristen sind ganz normale und sympathische Menschen, die eines Tages einfach mal so etwas völlig unverständliches tun - was aber mit dem Salafismus, gar dem Islam natürlich nichts zu tun hat.

Fortgesetzt wird der Prozeß am 19. Dezember mit der Aussage eines forensischen Psychiaters. Es bleibt somit immer das gleiche Fazit, auch auf die Gefahr hin, mich ständig zu wiederholen:

Es wäre besser gewesen, man hätte Arid U. der U.S.-Justiz überlassen.

1 Kommentar:

  1. tja, so ist es in Deutschland - wenn Islamisten morden, dann war das im Namen Allahs. Da fällt so etwas unter "Ausübung seiner Religion" und ist aufgrund der "Religionsfreiheit" auch strafmildernd gedeckt. Was soll da in Deutschland die überwiegend linke Presse auch etwas Negatives entdecken, solange es um Allah und den Islam geht....da läßt die linke Presse nichts drauf kommen: auf ihren Allah und den Islam.

    Im Gegenteil: wenn man was sagt, wird man als Nazi bezeichnet...

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