Montag, 3. Oktober 2011

Herr, schmeiß' Hirn vom Himmel!

"Seitdem sich die Bürger in Mönchengladbach erfolgreich gegen die Errichtung von Ciftcis radikal-extrremistischem Superzentrum gewehrt haben und stattdessen lieber einen Supermarkt am Ort der Salafistenschule bauen lassen, ist die Lage in Deutschland für die radikalen Salafisten um Ciftci, Pierre Vogel und Sven Lau sehr schwierig geworden." (Wilfried Schultz, 01.10.11)

Diesen Satz muß man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Da versucht uns doch tatsächlich jemand weiszumachen, das der simple Bau eines Supermarktes dazu geführt hat, das sich die Situation der Salafisten in Deutschland verschlechtert habe. Und dieser Quatsch kommt nicht etwa aus dem Munde von OB Bude oder der Rheinischen Post; Nein, diese Aussage stammt vom BI/BfMG/BDD-Chef Wilfried Schultz - einem nicht ganz unbekannten Mönchengladbacher Bürger mit bundespolitischen Ambitionen.

Ist es nicht unglaublich, was die moderne Marktwirtschaft mit ihren Supermärkten alles so schafft? Aber mal im Ernst: Für die deutschen Salafisten hat sich durch den Bau eines Eickener Supermarktes natürlich nichts verändert, schon gar nicht verschlechtert.

Nicht einmal für die Mönchengladbacher Salafisten: "EZP" heißt jetzt "Medina" - und? Das erinnert bestenfalls an einen uralten Werbe-Slogan, der da lautete "Raider heißt jetzt Twix - und sonst ändert sich nix!"

Auf WZ-Online mußten wir schon vorletzten Monat lesen, das sich unsere Herren Salafisten jetzt eben woanders treffen und sich einfach in anderen Teilen unserer Stadt für Immobilien interessieren - aber ansonsten munter weitermachen, gänzlich unbeeindruckt von Eickener Supermärkten. Mit Ausnahme natürlich derer, für die - weil ihre Welt am Aretzplätzke endet - Rheydt oder MG-Waldhausen bereits visumspflichtiges Ausland ist, dürften spätestens an dieser Stelle alle kapiert haben, das der neue Eickener Supermarkt ein "Nicht-Ereignis" ist, durch welches sich null und nichts ändert.

Etwas mehr als 13 Monate nach den "Wurstparaden" kann man getrost davon ausgehen, das der Mönchengladbacher Bürger-Protest gegen die Salafisten nichts erreicht hat; Die "Wir-haben-die-Salafisten-mit-einem-Supermarkt-vertrieben"-Geschichten von OB Bude und Wilfried Schultz haben da nicht mal mehr Unterhaltungswert.

Und wenn man sich mal anguckt, das die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft unverändert keinerlei Anstalten macht salafistische Straftäter anzuklagen, dann könnte man fast auf den Gedanken kommen, die Salafisten als Gewinner zu sehen?

Denn die Salafisten, die am 24. Juni Mitglieder der BI brutal angegriffen haben, sind nicht bestraft worden - was vermutlich niemanden überrascht haben dürfte; Von einer strafrechtlichen Aufarbeitung der Schlägerei vom 6.März haben wir ebenfalls noch nie etwas gehört.

Und was an Sven Laus Lage angeblich "schwierig" sein soll, ist schon mal überhaupt nicht nachvollziehbar. Vielleicht haben Sie es ja noch gar nicht mitbekommen, Herr Schultz, aber in Wahrheit hat niemand soviel Grund sich ins Fäustchen zu lachen wie Sven Lau: Denn die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft macht sich inzwischen nicht mal mehr die Mühe, uns Geschichten über irgendwelche Gutachten zu erzählen.         .

Im Gegenteil: Unsere hiesige Staatsanwaltschaft und natürlich auch die lokalen Zeitungen sind längst dazu übergegangen so zu tun, als hätte es den Brand vom 5. Juni nie gegeben - da fühlt sich der Verfasser dieser Zeilen doch sehr an George Orwells "1984" erinnert.

Hier wurde uns vor Tagen erzählt, Sven Lau laufe frei herum und warte auf sein Verfahren. Nun, Sven Lau läuft in der Tat frei herum - und er wird das auch weiterhin tun können. Das er jedoch auf sein Verfahren wartet, bezweifle ich: Er hat nichts zu befürchten - und das dürfte er auch wissen. Abu Adam wird diesen Monat noch zur Hadsch nach Saudi-Arabien fliegen, ich befürchte nur: Er wird auch wieder zurückkommen.

Aber genau an diesem Beispiel sehen wir deutlich, das die sehr komfortable Situation von Sven Lau & Co. auch im Versagen von BI und IgS begründet ist, denn keine der beiden Initiativen ist bislang auf die Idee gekommen, die Nicht-Anklage gegen Sven Lau als Grund zum Protest zu begreifen: Die BI hupt lieber für Supermärkte, zu den peinlichen Ausreden der "Uns-kümmert-gar-nichts-mehr"-IgS für ihr Nichtstun ist mir schon vor Monaten nichts mehr eingefallen. Und da bin ich mir ganz sicher: Die Herren Salafisten freuen sich sehr darüber.

So, das war's auch schon wieder von mir - anderes oder gar mehr gibt es derzeit zur Situation in Mönchengladbach sowieso nicht zu schreiben; Vermutlich wollte ich mir einfach nur mal so zwischendurch meinen Frust von der Seele schreiben.

Bin schon wieder weg!

Kommentare:

  1. Höre und lese ich: Eickener BI und über deren Leiter W. Schultz, fallen mir spontan immer wieder Sprüche ein von kongenialen "Politikern" wie Schultz:

    "Der Islam gehört zu Deutschland" und:
    "Der Islam gehört in die Mitte der Gesellschaft"

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  2. "Wir haben die Salafistenschule verhindert" ist doch wohl ein Witz, den die BI und dessen Leiter Wilfried Schultz überall verbreitet.

    Die Salafisten haben sich ganz einfach einen anderen Namen gegeben und machen in einem anderen Stadtteil von MG weiter unter "MEDINA".

    Für die BI und W. Schultz ging es offensichtlich nur darum, die Salafisten aus Eicken zu vertreiben, während andere Stadtteile, wo die Salafisten jetzt weiterhin tätig sind, die BI und Schultz nicht mehr interessieren.

    Gut, als Bürger zu wissen, wo der Kurs dieser BI hingeht - ins Nirwarna.

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  3. Werter "Corpus",

    Ihrem ersten Kommentar kann ich jetzt - offen gesagt - nicht so ganz folgen: Da zitieren Sie Aussagen, die so in dieser Form von Wilfried Schultz bislang nicht gekommen sind.

    Ihrem zweiten Kommentar jedoch muß ich uneingeschränkt zustimmen - leider.

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  4. Hallo "Fiat iustitia"...schon vergessen 08.10.2010 Eickener Mehrzweckhalle?

    Wilfried Schultz - der Klischeeausräumer über den Islam

    Nach dem Erfolg des Gesprächs mit Sufi-Sheihk Ahmet Yasin im Eickener Theater will die Bürgerinitiative auch weitere Muslime zum Gespräch einladen. Für die Ausführungen des Sheikhs gab es stehenden Applaus im Eickener Theater.

    Rund 150 Interessierte waren in das Theater im Gründungshaus in Eicken gekommen, um mit dem Sheikh Ahmed Yasin zu diskutieren.
    Die Bürgerinitiative Eicken wertet den Besuch von Sheikh Ahmed Yasin als Erfolg. "In dem Gespräch mit dem islamischen Gelehrten konnten viele Klischees, die wir von türkischen Muslimen haben, ausgeräumt werden", sagt der Sprecher der Initiative Wilfried Schultz.

    http://www.rp-online.de/niederrhein-sued/moenchengladbach/nachrichten/muslim-raeumt-klischees-aus-1.720358

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  5. Hallo "corpus",

    da haben Sie Recht - und natürlich habe ich diese Geschichte nicht vergessen.

    Ich wollte mit meinem Einwand gegen Ihren ersten Kommentar lediglich aus Gründen der Fairneß darauf verweisen, das sich W.Schultz bislang nicht a la Wulff oder Schneider geäußert hat.

    Um mehr ist es mir dabei nicht gegangen.

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  6. Herr, schmeiß' Hirn vom Himmel...!

    ...bei den Grünen würde selbst das nicht mehr helfen - so viel Hirn gibt es nicht!

    In Levern (NRW) hat der Kreisvorstand der Grünen in dieser Woche die Forderung nach eigenen Friedhöfen für Muslime im Mühlenkreis erhoben. Um Forderungen durchzusetzen, bedienen sich Muslime und ihre Unterstützer immer wieder wahlweise des Rechtes auf Religionsfreiheit oder fordern Integration ein. Diesmal ist es die Integration. Muslimische Friedhöfe leisteten hier einen „nicht zu unterschätzenden Beitrag“, betonte der Bünder Grünen-Politiker Eyüp Odabasi....(von der Türken-Partei).

    (Offener Brief von Eberhard Kleina, Berufsschulpfarrer i.R.)
    Dem widerspreche ich nachdrücklich, da eigene muslimische Friedhöfe eine Diskriminierung der ortsansässigen Bevölkerung beinhalten: Muslime könnten ja auf schon bestehenden Friedhöfen beigesetzt werden, das geht aus ihrer Sicht nur deswegen nicht, weil die Erde durch dort bereits bestattete Christen, die der Koran wiederholt als Ungläubige bezeichnet, „unrein“ geworden ist (haram). Diese althergebrachte islamische Haltung wurde durch eine Fatwa (islam. Rechtsgutachten) aus dem Jahre 2004 erneut festgeschrieben und 2009 noch einmal festgestellt: Auf einem Friedhof der Gottlosen, auch auf einem separaten Teilstück, darf ein Muslim nicht beerdigt werden, so der offizielle Rechtsgutachter Abdul-aziz Ibn Baz.
    Würde man Muslimen einen komplett aufgehobenen Friedhof überlassen, müßte die Erde ausgetauscht werden (Beispiele in der Schweiz). Wie würde die einheimische Bevölkerung reagieren, wenn dies bekannt wird? Ein muslimischer Friedhof kann nur dort angelegt werden, wo noch nie „Ungläubige“ bestattet wurden, er kann auch bis zum Jüngsten Tag nicht wieder aufgehoben werden, eine geschickt getarnte Form islamischer Landnahme. Integration sieht anders aus. Meist verbringen Muslime ihre toten Angehörigen wieder in ihr Heimatland, weit ab von den Gräbern der „Gottlosen“, womit Juden und Christen gemeint sind. Man sollte an dieser Praxis der Rückführung um des inneren Friedens willen nicht rühren und keine muslimischen Friedhöfe hier anlegen.
    Auf dem Bünder Friedhof, wo meine Eltern bestattet sind, existieren schon seit vielen Jahren einzelne muslimische Grabstätten, ganz normal zwischen den Gräbern der Einheimischen. Es handelt sich wohl um Aleviten, die im Islam als Abtrünnige gelten. Sie fordern keine eigenen Friedhöfe. Die Masse der Moslems hier gehört dagegen zu den Sunniten, die mit Hilfe der Grünen eigene Begräbnisstätten einfordern. Von Buddhisten und Hindus hat man solche Forderungen noch nie gehört. Es wäre gut, die Grünen würden sich einmal eingehender mit der Problematik befassen.
    Übrigens: Die in Bünde bestatteten Muslime liegen auf einem hierzulande üblicherweise gepflegten Friedhof. Die Grabstätte des Christen Tilmann Geske, der mit zwei einheimischen Christen im Jahre 2007 nur des Glaubens wegen ermordet wurde, befindet sich auf einem alten armenischen Friedhof in der türkischen Stadt Malatya, der in einem erbärmlichen Zustand ist. Vielleicht könnten sich die Grünen hier einmal für eine würdevolle und gepflegte Begräbnisstätte einsetzen.

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  7. Hallo "Corpus",

    und bei der Gelegenheit vielen Dank für die vielen Kommentare auf meinem Blog!

    Üblicherweise haben Ihre Kommentare immer einen Bezug zu den Salafisten. Was auch Sinn macht, denn das ist das Thema dieses Blogs.

    Aber ich bitte alle Kommentatoren zu beachten, das grundsätzliche politische oder religiöse Debatten - sofern sie keinen Bezug zu den Salafisten haben - nicht Thema dieses Blogs sind.

    Vielen Dank!

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