Samstag, 6. August 2011

Respekt, Herr Duncker

"Solingen/Bielefeld (idea) – Christliche Gemeinden nehmen extremistische islamische Strömungen wie den Salafismus bisher nicht als Herausforderung wahr. Dieser Ansicht ist der Islambeauftragte der Evangelischen Kirche von Westfalen, Kirchenrat Gerhard Duncker (Bielefeld). Es fehle an Problembewusstsein, sagte er gegenüber idea." bitte hier weiterlesen 

Obiges ist ein kurzer Auszug aus einem höchst lesenswerten Artikel des christlichen Nachrichtenportals idea.de, welcher seit 4 Tagen im Netz herumgereicht wird und bereits auf anderen Blogs besprochen wurde.

Was Herr Duncker da gesagt hat, sind die klarsten Worte die ich bislang von einem Vertreter unserer christlichen Kirchen zum Thema Salafismus gehört habe - und auch seine anderen Aussagen in diesem Artikel finde ich sehr lesens- und nachdenkenswert.

Es freut mich auch, so etwas endlich mal von meiner eigenen Kirche lesen zu dürfen, nachdem ich in den letzten Jahren - was den Umgang von Teilen der evangelischen Kirche mit islamistischem Extremismus und Terrorismus - aus dem Entsetzen manchmal gar nicht mehr herausgekommen bin. Spätestens nach der letztjährigen, unsäglichen Veranstaltung der "Evangelischen Akademie Bad Boll" (hier und hier), hat sich jedenfalls mein Verhältnis zu meiner eigenen Kirche doch sehr abgekühlt. Denn wer uns eine islamistische Terror-Organisation, welche sich die Vernichtung Israels auf ihre Fahnen und in ihre Charta geschrieben hat, ernsthaft als "Partner für den Frieden" zu verkaufen versucht, der entblödet sich nur selber als "Partner für den Terror."

Aber gerade vor diesem Hintergrund haben die klaren Worte von Herrn Duncker meinen Dank und meinen Respekt; Denn ich kann mir gut vorstellen, das in unserer heutigen, eher linksdrehenden evangelischen Kirche eine klare Abgrenzung zum islamistischen Extremismus ein gewisses Maß an Mut erfordert.

Woraus ich allerdings weniger schlau werde, ist die Aussage des Vorsitzenden der Evangelischen Allianz Solingen, Pastor Karl Heinz Ermert. Denn der erzählt uns, das "ein islamischer Extremismus in der Stadt bisher nicht wahrnehmbar gewesen" sei. Ferner erzählt er uns, das das Thema Islam in Solingen - nachdem dort 1993 fünf Muslime einem Brandanschlag zum Opfer fielen - "sehr sensibel behandelt" werde. Der verblüffte Leser stutzt und fragt sich: Wo ist da der Zusammenhang? Was meint er damit?

Jetzt kenne ich Pastor Karl Heinz Ermert nicht, weswegen ich auch nicht wild darüber spekulieren möchte, was sich hinter dieser eher zusammenhanglosen Logik verbirgt. Trotzdem geht mir ein Gedanke nach der Lektüre dieser Zeilen nicht mehr aus dem Kopf:

"Sensibilität" erfordert hin- und nicht weggucken.

1 Kommentar:

  1. Sure 5, Vers 51: „Oh Gläubige, nehmt weder Juden noch Christen zu Freunden.“
    Sure 3, Vers 118: „Oh ihr, die ihr glaubt schließet keine Freundschaft außer mit euch.“

    da hält es die katholische und evangelische Kirche wie mit den drei bekannten Affenplasitiken:

    nichts hören - nicht sehen - nichts sprechen

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