Montag, 8. August 2011

Der lautlose und unsichtbare Protest der evangelischen Kirche

Spannend, was man im Netz so findet, wenn man erst einmal angefangen hat, bei der evangelischen Kirche zu wühlen. Da gibt es doch glatt einen Artikel vom 19.03.11 mit der bezeichnenden Überschrift "Salafisten belasten Mönchengladbach zunehmend". Ja, in der Tat - die Überschrift ist so falsch nicht. Und unter dieser Überschrift dürfen wir dann z.B. folgendes lesen: "Die Grundanliegen der Bürgerinitiative – das Engagement gegen eine salafistische Islamschule und radikales Gedankengut – teilten auch die Kirchen, sagte der evangelische Pfarrer Dirk Sasse (Mönchengladbach) gegenüber idea. Es gebe in der Bürgerinitiative jedoch auch Äußerungen, in denen nicht zwischen diesem Gedankengut und den Menschen unterschieden werde."

Tja, da existiert vielleicht noch etwas Aufklärungsbedarf. Denn so schlichte Menschen wie z.B. der Verfasser dieser Zeilen sind bislang immer von der Annahme ausgegangen, dass Salafismus und Salafisten zusammengehören. Einfach deswegen, weil es ohne Salafismus keine Salafisten gäbe - und ohne Salafisten keinen Salafismus. Man stelle sich einfach mal vor, ein evangelischer Pfarrer würde uns erzählen, dass Proteste gegen den National-Sozialismus ja völlig in Ordnung seien - Proteste gegen Nazis jedoch seien nicht in Ordnung. Denn schließlich müsse man ja zwischen dem Gedankengut und den Menschen unterscheiden? Irgendwas lässt mich glauben: Da würde jeder verständnislos mit dem Kopf schütteln. Würde - denn da kommt man uns von Seiten der evangelischen Kirche nicht mit einer solch' wundersamen "Differenzierung". Die übrigens in der Überschrift fehlte, denn da war die Rede von den Salafisten, welche Mönchengladbach belasten.

Aber weiter im Text, denn der eigentlich spannende Satz kommt noch. Dieser lautet: "Vom Anliegen der Bürgerinitiative sei die Kirche nicht weit entfernt, sie gehe aber „andere Wege des Protestes“, sagte Sasse." Und mit eben diesem Satz ist der Artikel abrupt zuende. Keine weitere Erläuterung, kein einziges Wort dazu, was unter dem von Pfarrer Sasse angesprochenen Protest denn nun konkret zu verstehen ist.

Was sehr schade ist, denn ich hätte schon gerne gewusst, was Pfarrer Sasse meint, wenn er von "anderen Wegen des Protestes" spricht. In jedem Falle muss der Protest von Pfarrer Sasse und seiner evangelischen Kirche in Mönchengladbach gegen die Salafisten lautlos und unsichtbar sein - denn man hört und sieht nichts davon. Pardon, ich meinte natürlich: Vom Protest der evangelischen Kirche in Mönchengladbach gegen den Salafismus hört und sieht man nichts.

1 Kommentar:

  1. "Vom Anliegen der Bürgerinitiative sei die Kirche nicht weit entfernt, sie gehe aber „andere Wege des Protestes“, sagte Sasse."

    was soll man von einem Kirchenvertreter erwarten, dessen Kirche sich als "religiöser Arm" der Grünen definiert.


    zu dieser "Kirche" und ihrer geistigen Führung im Stile einer Katrin Dagmar Göring-Eckardt (geb. Eckardt; * 3. Mai 1966 in Friedrichroda) einer deutschen Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen, fällt mir nur ein:

    Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Luk 23,34a.

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