Samstag, 23. Juli 2011

Habe ich richtig gelesen?

Inzwischen haben wir auch so etwas wie eine offizielle Erklärung dafür, das den Teilnehmern der gestrigen BI-Demo die Benutzung der Straße polizeilich verboten war:

"Die Ordnungshüter wollten eine hautnahe Konfrontation zwischen EZP-Anhängern und Demonstranten von vorneherein verhindern, hieß es. Schließlich sei es in der Vergangenheit schon zu einem tätlichen Übergriff von Seiten der Salafisten gekommen." Quelle: RPO-Artikel "Demo gegen Salafisten unter Polizeiauflagen", 23.07.11

Nur um das zu verstehen: Weil Salafisten erst kürzlich Mitglieder der BI brutal angegriffen haben, werden jetzt also die Mitglieder der BI in ihren demokratischen Grundrechten beschnitten?

Verzeihung, aber wenn Täter belohnt und Opfer bestraft werden, so könnte man das auch als Pervertierung des Rechtsstaats begreifen. Mehr fällt mir zu einer solch' perversen Logik nicht ein; Die Wut der Demo-Teilnehmer über diese schikanöse Auflage kann ich jedenfalls gut verstehen.

Ich mußte gestern an den 2. April denken: Für diesen Tag hatten die IgS wie auch die Salafisten Veranstaltungen am Theaterplatz angemeldet. Die Salafisten bekamen den von ihnen gewünschten Ort, die IgS mußte ausweichen (hier). Wenn man sich das mal so in Erinnerung ruft, so scheint mir die "Vorzugsbehandlung" für die Herren Salafisten doch sehr offensichtlich.

Gestern abend kam mir folgender Gedanke: Wie erklärt man einem Nicht-Mönchengladbacher, das radikale Islamisten von den Behörden dieser Stadt bevorzugt behandelt werden, während jene, die gegen derlei verfassungsfeindliche Umtriebe demonstrieren, immer wieder benachteiligt werden?

Leider habe ich auf diese Frage keine Antwort gefunden:
Ich habe keine Ahnung, wie man das einem Nicht-Mönchengladbacher erklärt.